Skip to main content

Poker Etikette – Die 8 wichtigsten Verhaltensregeln am Pokertisch

Bei aller Ernsthaftigkeit und dem persönlichen Anreiz soll Poker natürlich vor allem eines bringen: Spaß. Um diesen für alle Spieler gleichermaßen garantieren zu können, existieren ungeschriebene Benimmregeln, die sogenannte Poker Etikette. Besonders für Neulinge ist es interessant, sich einmal mit den Gepflogenheiten am Pokertisch auseinanderzusetzen und so den Einstand möglichst leicht zu gestalten. Selbstverständlich wird jeder neue Spieler freundlich aufgenommen, dennoch erwartet man von den Mitspielern aber auch ein gewisses Benehmen. Damit es im Casino oder Online Pokerraum nicht zu unangenehmen Ereignissen kommt, werden die wichtigsten Benimmregeln am Pokertisch in diesem Ratgeber noch einmal erklärt. So klappt der Einstand und alle Beteiligten können weiterhin in geselliger Runde am Spiel teilnehmen.

Die Poker Etikette im Überblick:

  • Mitspielern immer freundlich und respektvoll gegenüber treten
  • Gewinne nicht übermäßig zelebrieren
  • Bei Verlusten die Selbstkontrolle bewahren
  • Den Dealer „tippen“
  • Fair und ehrlich spielen

1) Gewinne nicht übermäßig zelebrieren

pokergewinneGrundsätzlich punktet man am Pokertisch immer durch ein freundliches und respektvolles Auftreten gegenüber seinen Mitspielern. Da dies aber auch im normalen Umgang eigentlich selbstverständlich sein sollte, geht man auch am Tisch von diesen Grundlagen aus. Dazu gehört das Verhalten nach einer Niederlage, aber auch nach einem Sieg. Gewinnt ein Spieler durch einen klugen Schachzug oder geschickte Einsätze, dann ist ihm der Respekt am Tisch sicher. Selbstverständlich kann er als kleinen „Triumph“ dann noch seine Karten aufdecken oder ein paar Worte darüber verlieren. Übermäßig gefeiert werden sollten diese Gewinne aber nicht. Jeder kennt sicherlich auch die Situation und Gefühlslage des Verlierers und kann sich daher sehr gut in die Haut von diesem hineinversetzen. Ein Spieler, der einen Pot mit großer Selbstbewunderung zelebriert, macht sich bei den übrigen Mitspielern am Tisch schnell unbeliebt. Auch wenn die Freude und der Stolz in dem Moment gerade unwahrscheinlich groß sind, muss der Respekt zu den übrigen Mitspielern immer bewahrt werden.

Selbstverständlich dürfen sich die Spieler über Gewinne auch freuen, schließlich gehören die Emotionen zum Spiel. Allerdings darf man dabei niemals vergessen, dass die eigene Freude das Leid eines anderen bedeutet. Auch wenn die Pokerfamilie vermeintlich groß ist, so läuft man sich gerade bei Turnieren doch schon häufiger mal über den Weg. In Casinos und Spielbanken wird sogar noch intensiver auf das Verhalten geachtet, denn hier sitzen in der Regel immer die gleichen Spieler am Tisch.

2) Bei Verlusten die Selbstkontrolle bewahren

frustAuch wenn es manchmal schwer fällt: Die wahre Größe des Spielers zeigt sich bei einer Niederlage. Daher sollte jeder Pokerspieler auch bei Verlusten Ruhe bewahren. Heute hat der Mitspieler vielleicht einen guten Tag, morgen ist man selber dann wieder an der Reihe. Besonders wenn man häufig gegen ein und den selben Spieler verliert, fällt die Kontrolle der Gefühle oftmals nicht leicht. Das ist völlig menschlich und geht den anderen Spielern am Pokertisch nicht anders. Halten sich auch die Mitspieler an die Poker Etikette, dann wird es keine Schadenfreude geben und unter Umständen gönnen ihm die anderen Spieler sogar den Erfolg. Die eigenen Emotionen sollten immer hinten angestellt werden, denn das kostet nicht nur Kraft, sondern hat auch Einfluss auf das eigene Spiel. Durch die Wut und Aggressionen werden falsche Entscheidungen getroffen, welche die Laune in der Regel noch weiter verschlechtern. Selbst wenn es einmal nicht so läuft muss man daher den Ärger runterschlucken und sein Spiel fortsetzen wie bisher. Pechsträhnen und Verluste gehören zum Poker und werden im Laufe der Karriere noch das ein oder andere Mal auf den Spieler zukommen.

3) Das Trinkgeld für den Dealer nicht vergessen

geldIm Online Casino kann dieser Punkt natürlich missachtet werden, da die Aufgaben des Dealers hier von einem Programm übernommen werden. Im Casino ist es aber ein ungeschriebenes Gesetz, den Dealer nach einem größeren Gewinn zu „tippen“, ihm also Trinkgeld zu geben. Natürlich muss das nicht bei jedem Gewinn gemacht werden, aber ab und an sollte der Dealer ein Trinkgeld kassieren. In vielen Casinos werden die Trinkgelder zwischen allen Mitarbeitern aufgeteilt, in einigen leben die Dealer aber auch hauptsächlich davon. Dass es keine leichte Aufgabe ist, hohe Geldsummen und Einsätze von mehreren Spielern gleichzeitig zu überblicken und dabei die Spielkontrolle zu behalten, hat wohl jeder Pokerspieler schon einmal bei der Runde mit Freunden festgestellt. Der Dealer steht unter noch größerem Druck, schließlich geht es im Casino um die Gewinne. Für diese Arbeit sollte er dann auch gerecht belohnt werden. Einen gewissen Anteil gibt es hierbei nicht zu beachten, denn selbstverständlich freut sich der Dealer über jeden Betrag.

4) Im Sinne des Spiels auf Dinge verzichten

Gesellschaftliche Spiele wie Poker sind immer ein Stück weit auch ein Kompromiss. Um den Spielspaß für alle Beteiligten aufrecht zu erhalten, sollte man daher nicht immer unbedingt auf seiner Meinung beharren, sondern auch allen anderen Spielern eine faire Chancen geben. Ein klassisches Beispiel ist hier das Aufdecken der Karten am Ende einer Hand. Im Casino ist es zwar nicht üblich, aber dennoch kann man sich jede finale Hand ansehen. So fühlt man sich zwar in seiner Meinung oder seinem Verdacht eventuell bestätigt, gleichzeitig ist einem aber auch der Missmut der anderen Spieler sicher. Dreht ein Spieler seine Karten nicht um, dann tut er dies aus einem ganz bestimmten Grund nicht. Dieser Wunsche sollte respektiert werden, auch wenn die eigene Neugier dann erst einmal in den Hintergrund gestellt werden muss.

Diese „Regel“ hat selbstverständlich nichts damit zu tun, dass man sich nach einer spannenden Hand gerne einmal die Karten zeigen lassen möchte. Dies sollte nur nicht zur Häufigkeit werden.

5) Zeit mitbringen

Auch dieser Punkt gehört zur Poker Etikette. Für die Onlinespieler trifft dies eher weniger zu, denn hier ist das Spiel mittlerweile so schnell geworden, dass man sich als Außenstehender kaum die Namen der Mitspieler einprägen kann. Gleichwohl ist der Sinn hinter dem Online Poker bei den meisten Spielern auch ein anderer, als im Casino. zeitHier geht es oft noch um die gesellige Atmosphäre und das Zusammensein bei erhöhtem Nervenkitzel. Umso wichtiger ist es daher, sich für diese Stimmung auch Zeit zu nehmen. Selbst wenn man mal einen guten Tag erwischt und direkt mit der ersten Hand einen kräftigen Gewinn einfährt, gebietet es die Höflichkeit, noch ein wenig am Tisch zu verweilen. Auch wenn dann sehr tight gespielt wird, ist dies immer noch fairer, als den Tisch nach einem großen Gewinn fluchtartig zu verlassen. Auch wenn man es auf den ersten Blick vielleicht nicht denken mag, aber in den Casinos und Spielbanken wird ein solches Verhalten immer registriert. Freunde schafft man sich dadurch jeweils nicht.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man sich nach einem Gewinn noch mehrere Stunden am Tisch aufhalten muss und am Ende wohlmöglich noch etwas verliert.

6) Verbesserungen für sich behalten

idiotsBesonders Anfänger sind von diesem Phänomen häufig betroffen. Erfahrenere Pokerspieler zeigen sich gerne als hilfsbereiter Lehrer, der nach einer schlechten Hand mögliche Verbesserungsvorschläge einreicht. Erfahrungsgemäß kommen diese beim Mitspieler aber nicht sonderlich gut an. Auch wenn diese Vorschläge vielleicht sogar der Wahrheit entsprechen und wohlmöglich tatsächlich der entscheidende Tipp sind, behält man diese am Pokertisch besser für sich. Ein Besserwisser ist am Tisch überhaupt nicht gerne gesehen und wird dies über lang oder kurz auch von seinen Mitspielern zu spüren bekommen. Mindestens genau so wichtig ist es aber auch, sich nicht am Spiel des Anderen aufzureiben. Selbst wenn dieser in den eigenen Augen denkbar schwach spielt und die Hände nur mit Glück gewinnt, darf man sich dafür nicht interessieren. In der nächsten Hand ist man vielleicht schon selber derjenige, der nur mit einer extra Portion Glück den Pot einfährt.

Auch wenn es für einen selber nur schwer vorstellbar sein mag, wird es immer einen Pokerspieler geben, der mehr Erfahrung aufweist oder tatsächlich der bessere Spieler ist.

7) Hilfsbereit sein

hilfeEtwas völlig anderes ist es natürlich, wenn man sich als besonders hilfsbereit zeigt. Das ist in der Regel sehr gerne gesehen am Tisch und besonders die Anfänger sind für ein paar Worte eines erfahrenen Pokerspielers dankbar. Der feine Unterschied zu den Verbesserungen liegt hier aber darin, dass diese Hilfsbereitschaft erwünscht ist und ausdrücklich darum gebeten wird. Hochnäsige Verbesserungsvorschläge oder Kritik sind hingegen nicht erwünscht. Um sich selbst etwas zu kontrollieren ist es dabei hilfreich, sich in die Situation des anderen Spielers zu versetzen. Man selbst würde sich nach einer verlorenen Hand vermutlich auch nicht über die Kommentare á la „Das hättest du so machen müssen“ freuen.

8) Niemals ausfallend werden

Selbstverständlich ist es völlig menschlich, dass auch einmal alle Sicherungen durchbrennen. Sollte das passieren, dann darf man allerdings niemals ausfallend gegenüber den Mitspielern oder dem Dealer werden. Dies ist nicht nur niveaulos, sondern wird von den Casinos und Pokerräumen im Internet auch genau so gewertet. Beim ersten Mal zieht ein derartiges Verhalten vielleicht nur eine Ermahnung nach sich. Passiert es aber öfter, muss man unweigerlich mit dem Ausschluss aus der Spielrunde rechnen.

Fazit: Poker Etikette sind zwingender Bestandteil des Spiels

Poker ist ohne Zweifel eines der schönsten Spiele der Welt. Menschen aus aller Welt sitzen zusammen an einem Tisch und betreiben zusammen ihr Hobby. Da es hierbei aber durchaus um etwas geht, müssen bestimmte Regeln beachtet werden. Diese sind zwar nicht schriftlich niedergeschrieben, dennoch lernet jeder Spieler die Poker Etikette im Lauf seiner Karriere kennen. Damit der Spaß am Spiel für alle Beteiligten erhalten bleibt, sollte man nicht nur bei den Mitspielern die Einhaltung der Regeln überprüfen, sondern sich auch selbst immer wieder kontrollieren. Die Benimmregeln sind kein Hexenwerk und ergeben sich größtenteils schon aus dem natürlichen Umgang mit anderen Menschen. Dennoch zählen ein paar Besonderheiten für den Pokertisch, die man bedenken sollte. Der Respekt untereinander macht hier das Spiel und sorgt dafür, dass Poker auch in Zukunft noch auf der ganzen Welt gespielt werden wird.