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Spielsucht – Hilfe für Spielsüchtige

Poker, Sportwetten und Glücksspiel üben schon seit Anbeginn der Zeit eine ganz besondere Anziehung auf die Menschen aus. Nicht nur die Möglichkeit auf einen schönen Gewinn, sondern auch das Messen mit Mensch und Maschine begeistert immer mehr Spieler. Während der Großteil der Spielergemeinschaft aber nur aus Spaß an der Freude spielt, so sind einige Personen von der Spielsucht betroffen. Diese Menschen haben ein großes Problem, denn sie können mit dem Spielen einfach nicht mehr aufhören. Egal wie hoch die Verluste sind, ein Spielsüchtiger wird immer versuchen, mindestens seinen Einsatz wieder zurück zu gewinnen. Nicht selten endet dieser Weg aber in der Schuldenkrise. Während bis vor einigen Jahren noch ein wenig über die Spielsucht geschmunzelt wurde, so ist sie mittlerweile als ernsthaftes Problem angenommen worden. Immer mehr wissenschaftliche Studie ergeben, dass immer mehr Menschen eine Veranlagung zur Spielsucht aufweisen. Gleichzeitig gibt es natürlich auch eine große Zahl von Anlaufstellen oder Maßnahmen, die vor einem Abrutschen in die Sucht bewahren. Poker und Glücksspiel sollten immer nur ein Zeitvertreib und schönes Hobby sein, denn bei der Spielsucht hört der Spaß auf.

Was ist Spielsucht?

Die Spielsucht, oder auch pathologisches Spielen genannt, beschreibt das krankhafte Verlangen eines Spielers, auch nach gehörigen Verlusten und Frustrationen, nicht mit dem Spielen aufhören zu können. Nicht selten entstehen dadurch familiäre, finanzielle und auch rechtliche Probleme. Unterteilt wird das pathologische Spielen dabei in zwei unterschiedliche Klassen. Die erste Stufe beinhaltet offiziell Störungen der Impulskontrolle. Im Gegensatz zur zweiten Stufe, dem zwanghaften Spielen, wird diese jedoch noch nicht als vollends ausgereifte Spielsucht bewertet. Ausgenommen ist das pathologische Spielen hiervon dann, wenn es als Reaktion auf zum Beispiel eine Scheidung oder ein anderes persönliches Problem in Erscheinung getreten ist. In diesem Falle wird die Spielsucht nicht als das eigentliche Problem verstanden, sondern viel mehr als unmittelbares Symptom des Problems.

Größtenteils ein männliches Problem

Insgesamt sind in Deutschland rund 100.000 bis 290.000 Menschen von der Spielsucht betroffen. Genaue Zahlen sind hier nur schwierig zu erlangen, da nicht jeder Spielsüchtige sich an eine offizielle Stelle wenden möchte. Generell sind vom pathologischen Spielen aber eher die Männer betroffen. Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ermittelte, sind gerade Poker-Spieler besonders aktiv und daher anfällig. Im Durchschnitt nimmt ein regulärer Spieler an zwei Spielarten, also zum Beispiel Poker und Lotto, teil. Der pathologische Spieler durchschnittlich an fünf Spielarten. Gleichzeitig ist der Anteil der pathologischen Spieler in Deutschland deutlich geringer, als zum Beispiel in Österreich oder Finnland.

Die verschiedenen Phasen der Spielsucht

Unterteilt wird das pathologische Spielen in drei große Phasen. Diese sind natürlich aber nur ein Muster, da die Entwicklungsverläufe der Spieler nicht alle gleich verlaufen. Die erste Phase ist die sogenannte Gewinnphase. Dieser Zeitraum liegt meist am Anfang einer Spielerkarriere und zeichnet sich zunächst durch gelegentliches Spielen und dabei vorhandene positive Empfindungen aus. Durch die Glücksgefühle während des Spielens wird auch der unrealistische Optimismus vorangetrieben. Vermutlich jeder Spieler hat diese Erfahrung schon einmal gesammelt, wenn eine hohe Summe gewonnen wurde. Plötzlich denkt man an viele Dinge, die man sich von seinen Gewinnen kaufen könnte. Nicht selten führt dies zum Setzen von immer größeren Beträgen, um sich möglichst große Wünsche erfüllen zu können. Als Folge resultiert ein Realitätsverlust, der die Betroffenen von der Rentabilität des Glücksspiels überzeugt.

Verlustphase als nächster Schritt

Auf die Gewinnphase folgt die sogenannte Verlustphase. In diesem Zeitraum rutscht der Spieler in der Regel mit der größten Wahrscheinlichkeit in das pathologische Spielen ab. Gleichzeitig kann diese Phase auch verheerende Auswirkungen auf die weitere Zukunft des Spielers haben. Erkennbar ist die Verlustphase vor allem durch das Schönreden der Verluste und das Prahlen mit Gewinnen. Der Betroffene rechnet sich seine eigenen Ausgaben selbst schön und erhält sich so die Illusion, dass die Gewinne deutlich höher seien als die Verluste. Hieraus resultieren dann meist auch die ersten größeren Verluste. In der Psyche des Betroffenen ändert sich allerdings auch etwas, denn mittlerweile hat das Spielen einen großen Teil des Tagesablaufs eingenommen. Immer häufiger denken die pathologischen Spieler an das Spiel und spielen mittlerweile auch öfter alleine. Dies kann so weit gehen, dass die Arbeits- und Freizeit total vernachlässigt werden. Es können berufliche und auch familiäre Probleme entstehen, da das Spielen den gesamten Tag bestimmt. Vor der Familie und den Freunden werden die eigenen Verluste häufig verheimlicht und dann im schlimmsten Fall mit Krediten getilgt. Dem Verlangen nach dem Spielen jetzt noch zu widerstehen, ist enorm schwer.

Endstation Verzweiflungsphase

Der letzte Zeitraum, die sogenannte Verzweiflungsphase, ist der absolute Höhepunkt der Spielsucht. Durch das exzessive und tagelange Spielen zieht der Betroffene sich gesellschaftlich vollkommen zurück. Auch im Kreise der Familie und Freunde ist er nicht mehr so häufig präsent. Gleichzeitig verändert sich auch die Persönlichkeit, denn Spielsüchtige in dieser Phase reagieren oft gereizt und genervt, was vor allem durch Schlafstörungen und Ruhelosigkeit ausgelöst wird. Gegenüber gewinnenden Spielern steigert sich dieser Reiz sogar noch zum Hass. Nicht selten kommen zu diesem Übel aber auch noch soziale Probleme hinzu. Durch die Abschottung leidet das gesellschaftliche Ansehen enorm, darüber hinaus ist auch die Finanzlage mittlerweile kompliziert. Oftmals verfallen Spielsüchtige dann der Kriminalität, da sie sich ständig neues Kapital zum Spielen beschaffen müssen. Im schlimmsten Fall wird der Betroffene von Selbstmordgedanken geplagt oder unternimmt sogar einen Selbstmordversuch, da die Situation aussichtslos erscheint.

Wie wird Spielsucht behandelt?

Die Behandlung der Spielsucht setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen, da in der Regel auch mehrere Bereiche des privaten Lebens betroffen sind. Die Anlaufstellen helfen nicht nur bei der Schuldenregulierung, sondern vermitteln gleichzeitig auch an psychotherapeutische Maßnahmen. Darüber hinaus wurden auch schon Medikamente entwickelt, die das Verlangen nach dem Spielen deutlich eindämmen. In Deutschland bietet das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim seit 2009 eine Anlaufstelle für Spielsüchtige. In Österreich ist das Institut Glücksspiel und Abhängigkeit der richtige Ansprechpartner. Das Institut wurde 2002 gegründet, hat seinen Sitz in Salzburg und finanziert sich ausschließlich durch Spenden und Beratungsverträge. Außerdem sind auch anonyme und kostenlose Beratungen möglich.

Eine weitere gute Anlaufstelle Spielen-Mit-Verantwortung.

Maßnahmen zur Unterdrückung der Spielsucht

Neben der Hilfe von Außenstehenden ist der Betroffene vor allem auf sich selbst angewiesen. In Deutschland ist 2008 der sogenannte Glücksspielstaatsvertrag verabschiedet worden. Dieser legt die Gesetze zum Schutz der Spieler für das gewerbliche Glücksspiel fest. Jeder Poker-Anbieter, Buchmacher und auch jedes Casino müssen sich an diese Regelungen halten. Bei 888 Poker, PartyPoker, BetVictor und Betsson zum Beispiel finden sich auch eigene Informationen zur Spielsucht. Grundlegend arbeiten viele Mechanismen zusammen, wenn es um die Unterdrückung der Spielsucht geht. Zugang zum Angebot haben nur volljährige Personen. Darüber hinaus bieten die Unternehmen auch eine Selbstsperre für die Kunden an. Wer merkt, dass er eventuell übermäßig spielt, kann sein Konto selber sperren. Allerdings ist diese Sperre häufig lebenslänglich und kann nie wieder aufgehoben werden. Alternativ dazu sind aber auch Limitierungen möglich. Der Spieler kann selbst festlegen, wie viel Geld er monatlich oder wöchentlich maximal auf seinem Spielkonto einzahlen kann. Dieses Limit kann zwar jederzeit geändert werden, vollständig aufheben dürfen es die Angestellten der Pokerräume und Casinos aber nicht. Während die Spielbanken und Casinos auch ihr Personal immer besser schulen können, sind die Online Anbieter auch auf die Selbsteinschätzung der Spieler angewiesen. Große Anbieter bieten ihren Kunden daher oftmals die Möglichkeit, sich selber einem Test zur Anfälligkeit für das pathologische Spielen zu unterziehen.

Anlaufstellen und Unterstützung

Obwohl die Spielsucht bereits seit 1992 von der Weltgesundheitsorganisation als Krankheit anerkannt wurde, haben die deutschen Krankenversicherungen erst rund zehn Jahre später dieses Krankheitsbild akzeptiert. Erste Anlaufstelle ist in diesem Fall der Hausarzt, der bei Fragen und Beratungen unterstützend eingreifen kann. Darüber hinaus gibt es auch viele Hilfsorganisation, die sich auf die Unterstützung von Spielsüchtigen fokussiert haben und eine Art Selbsthilfegruppe bilden. Diese finden sich deutschlandweit in vielen Städten und haben meist feste Termine. Die Selbsthilfegruppen werden nicht von Ärzten geleitet, sondern häufig von Betroffenen selbst. Kosten entstehen bei der Teilnahme keine und auch ein unverbindlicher Test ist möglich. Ziel dieser Selbsthilfegruppen ist es, gemeinsam gegen die Spielsucht anzukämpfen und sich gegenseitig zu stärken. Natürlich sind diese Anlaufstellen nicht nur für die Betroffenen selbst geeignet, sondern bieten auch den Angehörigen und Freunden eine geeignete Beratung. Je nach Schwere der Spielsucht können auch spezielle Fachkliniken helfen. Neben einer psychosomatischen Klinik kommen vor allem die Fachkliniken für Abhängigkeitserkrankungen in Frage. In der Regel liegt die Dauer für die stationäre Behandlung bei acht bis zwölf Wochen, wobei der Zeitraum von individuellen Faktoren geprägt ist. Neben dem gesundheitlichen Aspekt wird auch hier ein Schwerpunkt auf das Schuldenmanagement gelegt.

Frühes Erkennen kann die Rettung sein

Betroffene haben es sehr schwer. Oftmals können sie sich mit ihren Problemen an niemanden wenden. Umso wichtiger ist es, dass die Familie und der Bekanntenkreis die etwaigen Veränderungen im Leben des Spielers wahrnehmen und einordnen können. Mit einer frühzeitigen Erkennung kann auch schon früh der Sucht entgegengesteuert werden. Hilfreich sind hierbei vor allem Gespräche, sobald sich Veränderungen im Spielverhalten zeigen. Geht der Ehepartner zum Beispiel häufiger als üblich an den Pokertisch oder ins Wettbüro, so kann ein Gespräch schon Aufschluss geben. Mit den Anlaufstellen wird nicht nur Betroffenen, sondern auch Angehörigen ein offenes Ohr geboten. Die Hilfe ist ausgereift und beruht auf jahrelanger Erfahrung. Wer direkt oder indirekt mit der Spielsucht in Kontakt kommt, sollte sich daher immer an eine offizielle Stelle wenden. Alleine mit der Situation fertig zu werden, ist so gut wie unmöglich. Beachtet man aber bereits zum Anfang der Spielerkarriere gewisse Punkte, so ist ein Abrutschen in die Spielsucht schon sehr unwahrscheinlich. Es empfiehlt sich daher, sich frühzeitig mit diesem Thema auseinanderzusetzen und eventuell über Limitierungen oder ähnliches nachzudenken. Poker und Glücksspiele machen Spaß und das sollte auch so bleiben.